2017

13.2.2017

Die letzte Woche begann mit viel Aufregung, weil ich unsere Kultusministerin Frauke Heiligenstadt in Bassum zu Besuch hatte. Aufregend ist das immer, so ein MinisterInnenbesuch, weil da ja eine Menge Vorbereitung dranhängt. Schließlich möchten wir, dass sich die Ministerin wohl fühlt und einen guten Eindruck von Bassum und den Menschen mit nach Hause nimmt.

Das bedeutet nicht, dass nicht auch Kritik geäußert werden darf und ich habe mich gefreut, dass doch etliche Gäste die Gelegenheit nutzten, um mit der Ministerin über die rot-grüne Bildungspolitik zu diskutieren – auch kontrovers.

Vor dem Besuch in Bassum hatte die Ministerin in Barnstorf die erfreuliche Möglichkeit, einen weiteren außerschulischen Lernort am Welthaus Barnstorf auszuzeichnen. Dorthin hatte ich sie begleitet und freute mich mit dem Team des Welthauses über die Anerkennung ihres schon jahrelangen Engagements im Bereich „Globales Lernen“.

https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/barnstorf-ort49824/ministerin-loest-ticket-barnstorf-nach-ghana-7375778.html

Weiter ging es mit der Eröffnung der Berufsinformationsbörse – BIB der Berufsbildenden Schulen in Syke. Motivator Christian Bischoff verlangte uns Gästen den vollen Körpereinsatz sowie durchaus selbstüberwindende Aktionen ab. War für mich eine nachdenklich stimmende Erfahrung – also eine sehr gelungene Veranstaltung. ;-)

Der Frühjahrsempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya in der Syker Christuskirche am Freitagabend bot in diesem Jahr keinen Impuls durch einen Vortrag – leider mussten die angekündigten „Tischreden der Katharina Luther“ wegen der Erkrankung der Schauspielerin Elisabeth Haug aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden – aber es gab wunderschöne Musik von Fabian Cortez Garzon und Hugo Miguel De Rodas Sanchez vom Ensemble Los Temperamentos. Und auch Musik bietet ja Gesprächsstoff, mindestens zur Einleitung eines dann sich woanders hin entwickelnden Dialogs.

Weitere Termine wurden von mir mit etwas abgeschwächter Energie erledigt, meine Erkältung ließ mir dann doch zeitweilig nicht so viel Kraft wie in gesunden Zeiten.

Die Woche endete mit einem wunderbaren Sonntag, an dem mit Frank Walter Steinmeier ein neuer Bundespräsident von der Bundesversammlung gewählt wurde. Ich war in Berlin ganz nah dran, aber nicht mittendrin. Ein bisschen von der besonderen Situation rund um den Bundestag war aber spürbar.

Also geht es jetzt in die neue Woche – und mit jedem Tag, der vergeht, nähern wir uns dem Frühling. Wunderbar!

Das war natürlich die Schlagzeile überhaupt: Martin Schulz soll Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender der SPD werden! Sigmar Gabriel verzichtet.

Wie schon vielfach geäußert: Auch ich war von der Nachricht überrascht und auch mir nötigt Sigmar Gabriels Entscheidung Respekt ab. Inzwischen ist schon wieder viel gesagt und geschrieben worden, Hintergründe der Überlegungen wurden mehr oder weniger diskutiert und bewertet, die Reaktionen auf die Entscheidung war in der Mehrheit unserer Mitglieder positiv bis euphorisch.

Ich freue mich sehr, dass Martin Schulz es werden soll, weil ich ihn und seine Art immer schon mochte. Ich kenne ihn noch aus meiner Juso-Zeit im Unterbezirk Aachen – damals noch Landkreis, heute Städteregion. Wir sind uns in der zweiten Hälfte der 70er immer mal wieder über den Weg gelaufen, ich bin dann ja 1980 nach Berlin gezogen, während er weiter in Würselen wohnen blieb. Meine Mutter hat er besser gekannt als mich, sie war in den Jahren noch aktiv, als Martin Unterbezirksvorsitzender war. Als ich ihn im Juni 2007 traf, sprach ich ihn an, ob er mir ein Foto mit ihm gönnen würde. Ich wollte meiner Mutter, die damals schon krank war, eine Freude machen. Einfachheitshalber stellte ich mich mit meinem Geburtsnamen vor, woraufhin er mich erstaunt fragte: „Bist Du die Tochter von der Wilma?“ Ich war so perplex, dass er die Verbindung mit dem Namen sofort kannte, das ich, glaube ich, nur irgendwas Zustimmendes hinstammelte. Das Foto wurde jedenfalls gemacht und über Umwege – das war vor 10 Jahren ja noch nicht ganz so einfach – meiner Mutter geschickt, die sich sehr gefreut und über die Geschichte sehr amüsiert hat.

Als ich ihm sechs Jahre später über sein Team den Tod meiner Mutter mitteilen ließ, dauerte es nicht lange, bis mich ein sehr persönlicher Brief von ihm erreichte.

Viele von Martins WegbegleiterInnen – und ich bin sicher, dass das eine große Menge ist! - werden sich nun an Geschichten erinnern und sie erzählen. Weltbewegend und einmalig ist das nicht, aber ist doch schön und bringt Schmunzeln ins Gesicht.

Ich habe Martins Werdegang immer nur von fern betrachtet und auch nicht dauernd, sondern in Abständen. Aber bewundert habe ich ihn für seine Kraft und Energie, für sein unbedingtes Eintreten für den europäischen Gedanken und gegen nationalistisch-rechtes Gedankengut.

Also: #ZEITFUERMARTIN

Martin Schulz, Luzia Moldenhauer